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Text 2 – Städte und Handel

Seit dem 12. Jahrhundert bekamen in Europa die Städte grössere Bedeutung. Die Bauern verkauften ihre Waren auf dem städtischen Markt und kauften dafür Handwerksgerät, Salz und Pfeffer. Kaufleute zogen mit wertvollen Waren, etwa kostbaren Stoffen, von Stadt zu Stadt. Nun zeigten sich die Nachteile der bestehenden Ordnung:

Die adligen Herren führten oft Krieg gegeneinander, weil sie sich wegen irgendeines Rechtes oder eines Besitzes uneinig waren. In diesen Kriegen waren die Dörfer und ihre Bewohner ungeschützt und wehrlos.

Kaufleute, Händler oder Bauern auf dem Weg zum Markt in der Stadt konnten von Räubern oder Raubrittern überfallen werden. Es war niemand da, der Schutz gewähren konnte.

Die Besitzungen der Adligen waren meist verstreut. Der Adlige Herr wohnte oft nicht in der Nähe seiner Landschaften. Er war nicht da, wenn man ihn gebraucht hätte. Die Klöster kümmerten sich oft wenig um ihre Bauern, sondern zogen nur die Zinsen ein.

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Versailles – Ein unpraktisches Schloss

Zwar waren alle Räume festlich hergerichtet, aber nicht sehr zweckmässig geplant. Es gab nur wenige Räume, die man beheizen konnte, sodass es überall lausig kalt war. Auch richtige Schlafzimmer gab es nur wenige. Viele Adlige mussten in kleinen kaum heizbaren Dachkammern wohnen. Es gab auch zu wenige Toiletten und Waschmöglichkeiten. Daher konnte man öfter beobachten, wie vornehme Adlige ihr Geschäft auf der Treppe machen mussten, weil sie den weiten Weg nicht mehr schafften. So stinkte es an einigen Orten im Schlosses fürchterlich. Trotzdem kamen sämtliche Fürsten des Landes nach Versailles. Alle erhofften sich, dass sie an der Macht des Königs teilhaben könnten und Ämter, Titel oder Geldgeschenke von Ludwig erhielten. Dieser nutzte die Gunst der Stunde und verringerte die Macht der Adligen weiter zu seinen Gunsten. Aus ehemals stolzen Adeligen wurden schmeichelnde Höflinge. Um sie zudem bei Laune zu halten, wurden jeden Tag Feste, Feuerwerke, Jagden, Theater- und Opernaufführungen veranstaltet.

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Barock bezeichnet eine geschichtliche Epoche von ca. 1575 bis 1770. Sie umfasst insbesondere die Architektur, Malerei, Musik sowie die Literatur. Alle Bereiche besitzen gemeinsame Kennzeichen und unterscheiden sich zu früheren (Renaissance) und späteren (Rokoko) Kunstepochen.

Die Architektur des Barock entstand in Italien und zeigte sich im Bau vieler Kirchen und Kathedralen vor allem in Rom. Dieser Baustil verbreitete sich schnell über ganz Europa und erreichte auch einige Kolonien. Die im Zeitalter des Barocks gebauten Kirchen, Paläste und Gärten haben häufig gewaltige Ausmasse und drücken leidenschaftliche Bewegtheit aus. Besonders die neben barocken Schlössern großzügig angelegten Gartenanlagen sind ein Merkmal des Barock. Die Gartenkunst wurde durch die Franzosen geprägt, daher stammt auch der Begriff Französischer Garten. Weitere Kennzeichen barocker Bauwerke sind besonders schwingende Formen, Kuppeln und Säulengruppen. Die Wände und Decken sind oftmals reich mit Stuck (Gemisch aus Gips, Kalk, Sand und Wasser) verziert. Der Betrachter soll beeindruckt werden, Schmuck und Verzierungen stehen deshalb im Vordergrund.

Typische Schlösser des Barocks sind das Schloss Versailles, das Schloss Sanssouci in Potsdam, der Dresdner Zwinger sowie das Nymphenburger Schloss in München. Ein bekanntes Beispiel für eine Parkanlage jener Zeit sind die Herrenhäuser Gärten in Hannover.

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Die Stadt Zürich erwarb im 15. und frühen 16. Jahrhundert verschiedene Gebiete westlich des Albis. 1406 erwarben sie die ehemalige Herrschaft Schnabelburg, aus der die Vogtei Horgen und das Maschwander Amt hervorging. Später kamen noch die Vogteien Hedingen (1503) und Knonau (1512) hinzu. Der Rat der Stadt Zürich beschloss 1507, die verschiedenen Besitztümer jenseits des Albis zusammenzufassen und als Landvogtei Knonau zu verwalten.

Der Landvogt residierte auf Schloss Knonau, das die Stadt zu diesem Zweck errichten liess. Seine Ernennung erfolgte durch die Obrigkeit der Stadt Zürich und die Amtszeit war jeweils auf sechs Jahre beschränkt. Dass der Landvogtsitz an der Grenze zur Innerschweiz gewählt wurde, hatte strategische Gründe.

In unregelmässigen Abständen fand bis 1795 in der Kirche Mettmenstetten die Freiamtsgemeinde statt, an der die Männer der Landvogtei Knonau teilnahmen. Dort konnten sich die Kandidaten für das Amt eines Untervogtes sowie andere Beamte einer Wahl stellen. Die stimmberechtigten Männer reichten dann der Zürcher Obrigkeit einen Dreiervorschlag ein. Der Rat bestimmte aus diesen einen neuen Beamten auf Lebzeit – in der Regel denjenigen, der die höchste Stimmenzahl erreicht hatte.

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“Tu ora”

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Bild 10 – Karikatur 1789

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Bild 12 – Versailles 1668

Bild 13 – Versailles 1700

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