Texte
Text 1
Napoleon war im Kampf gegen die vereinigten Königreiche erfolgreich, konnte ihre Angriffe abwehren und sie zum Frieden zwingen. Er nutzte dad dadurch gewonnene Ansehen in der Bevölkerung und liess sich im Jahr 1802 in einer Volksabstimmung zum Präsidenten auf Lebenszeit wählen. Sofort begann Napoleon damit, den französischen Staat grundlegend zu reformieren: Er zentralisierte die Verwaltung in Paris, vereinheitlichte Masse und Gewichte und liess zahlreiche Gymnasien und Universitäten gründen. Um die hohe Arbeitslosigkeit zu bekämpfen, liess er im ganzen Land Strassen und Kanäle. Seine Macht hatte jedoch auch Schattenseiten. Zeitungen durften nicht frei berichten und mithilfe von Polizei und Geheimdienst liess er grosse Teile seines Volkes überwachen. Am 2. Dezember 1804 festigte er seine Macht endgültig, indem er sich in der Pariser Kathedrale Notre Dame zum Kaiser krönen liess und Frankreich damit nach 15 Jahren der Revolution wieder zu einer Monarchie machte. Während der feierlichen Krönungszeremonie sorgte er dabei für einen Eklat, als er dem Papst, der eigens für die Feierlichkeiten aus Rom gekommen war, die Krone aus der Hand nahm und sich selbst zum Kaiser krönte. Auch seiner Frau Joséphine setzte er selbst die Krone auf.
Text 2 – Zeitleiste
| 1804 | Napoleon wird Kaiser |
| 1804 | Napoleon wird König von Italien |
| 1805 | Napoleon erobert Österreich |
| 1806 | Napoleon erobert Deutschland und gründet den Rheinbund |
| 1806 | Napoleon erobert Preussen |
| 1807 | Napoleon erobert Grossherzogtum Warschau und Dänemark |
| 1808 | Napoleons Bruder wird König von Spanien |
Text 3
Bereits zehn Jahre nach seiner Machtübernahme hatte Napoleon weite Teile Europas unter seine Kontrolle gebracht. Die letzten verbliebenen Gegner waren England und Russland. Weil der russische Zar Napoleon im Kampf gegen England nicht helfen wollte, entschied sich Napoleon ihm eine Lektion zu erteilen. Im Juni 1812 führte Napoleon die über 600 000 Mann starke „Grande Armee“ in den Kampf gegen das russische Zarenreich. Unter den Soldaten befanden sich neben Franzosen auch zahlreiche Deutsche, Italiener, Österreicher, Holländer, Spanier, Portugiesen und Schweizer die für Frankreich kämpfen mussten. Durch diese Mischung kam es immer wieder zu Verständigungsschwierigkeiten und Auseinandersetzungen zwischen den Soldatenselbst. Solche Probleme hatte die russische Armee nicht.
Text 4
Die russische Armee war zwar kleiner, bewegte sich aber auf heimischem Boden und hatte so besseren Zugang zu Vorräten und Nachschub als die Armee Napoleons. Ausserdem war die einst so mobile Armee Napoleons durch ihre Grösse sehr langsam geworden. Dies nutzten die Russen zu ihrem Vorteil und wichen einem direkten Kampf immer wieder nach Osten aus. Auf ihrem Rückzug verbrannten die Russen sämtliche Felder und Mühlen, sodass es der Armee Napoleons schwer fiel sich zu ernähren. Diese Taktik wird «Taktik der verbannten Erde» genannt. Als Napoleon endlich Moskau erreichte, stand auch diese Stadt bereits in Flammen und war menschenleer. Zudem waren seine Truppen dem kalten russischen Winter schutzlos ausgeliefert. Zahlreiche Soldaten erfroren, verhungerten oder fielen Krankheiten zum Opfer. Als Napoleon den Rückzug befahl, nutzte dies die russische Armee, um die ohnehin geschwächten Truppen immer wieder anzugreifen. Von ursprünglich 600 000 Mann kehrten nur 30 000 in ihre Heimat zurück – Napoleon hatte die erste grosse Niederlage erlitten
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