Texte

Text 1

Die Briten wagen sich auf das Gebiet der französischen Siedler

Im Norden grenzten die 13 englischen Kolonien an Kanada, das Frankreich gehörte. Im Süden lag die spanische Kolonie Florida. Im Jahr 1754 begannen die englischen Siedler sich im französischen Gebiet auszubreiten. Sie überquerten dazu den nördlichen Teil des riesigen Gebirges, das Appalachen heisst. Diese natürliche Grenzmauer bildete bisher die Grenze zwischen britischen und französischen Siedlern und war circa 2000 Kilometer lang! Das gefiel den Franzosen natürlich gar nicht. Sie verdienten mit ihren Kolonien, genau wie die Engländer, nämlich viel Geld! So kämpften die Engländer jahrelang gegen die Franzosen.

Text 2

Spannungen zwischen den 13 englischen Kolonien und dem Mutterland England

In der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts entstanden zunehmend Spannungen zwischen den 13 englischen Kolonien und dem Mutterland England. Der Kolonialkrieg gegen Frankreich (1754 – 1763) war für das Mutterland England mit sehr hohen Kosten verbunden. Während dem Krieg hatten sich Englands Schulden verdoppelt! Deshalb verlangte England von seinen Kolonien die Zahlung höherer Zölle und Steuern als bisher.

Der englischen Regierung ging es  zudem generell darum, höhere finanzielle Einnahmen zu erzielen. England wollte noch mehr wirtschaftlichen Einfluss auf seine Kolonien gewinnen. Das Mutterland sah die Kolonien noch mehr als zuvor als eine Art „Handlanger“: Die Kolonien sollten nicht nur als Siedlungsraum dienen, sondern auch als Lieferanten von Rohstoffen (Baumwolle, Schafwolle, Zucker, Tabak …) sowie als Absatzmarkt von in England hergestellten Produkten (Stoffe, Metallwaren, Waffen, Schiffe …). Der Aufbau einer eigenen Industrie war den Kolonien untersagt. Sie durften also keine eigenen Fabriken bauen.

Text 3

Antwort eines Kolonisten auf die neuen Steuern und Zölle

Die Engländer in diesen Kolonien besitzen die gleicher Rechte und Freihehiten wie alle Menschen die in England leben. Es ist für die Freiheit eines Volkes ein unbestrittenes Recht, dass ihnen keine Steuern auferlegt werden, ohne, dass sie diesen persölnlich oder mittels eines Abgeordneten zugestimmt haben! Die Bevölkerung der Kolonien ist aber nicht im Parlament von England vertreten und kann es aufgrund ihrer geografischen Lage auch nie sein.

Text 4

Im Jahr 1770 ereignete sich in Boston eine Strassenschlacht zwischen wütenden Kolonisten und englischen Soldaten. Die Kolonisten protestierten gegen die neuen Zölle und Steuern, die England eingeführt hatte und dagegen, dass sie keine eigene Fabriken bauen durften und somit abhängig von englischen Produkten waren. Bei den Protesten in Boston erschossen englische Soldaten fünf Bürger der Stadt. Das Mutterland England reagierte auf die Proteste, indem sie für die Kolonien die Abgabe von Zöllen noch weiter zu erhöhten und den Handel noch stärker kontrollieren.

Text 5

Zeugenaussage des englischen Kapitäns Thomas Preston

„Die Menge nahm immer noch zu und war empörend, schlug ihre Keulen oder Knüppel gegeneinander und rief:„ Komm schon, du Schlingel, du blutiger Rücken, du Hummerschurken, feuere, wenn du dich traust, verdammt noch mal, feuere und sei verdammt, wir wissen, dass du es nicht wagst! “, und viel mehr solche Sprache wurde verwendet. Zu dieser Zeit war ich zwischen den Soldaten und der Menge, unterhielt mich mit allen Personen und bemühte mich, sie zu beruhigen, aber ohne jeden Zweck.

Sie [die Kolonisten] rückten bis zu den Spitzen der Bajonette vor, schlugen einige von ihnen und sogar die Mündungen der Stücke und schienen sich zu bemühen, sich den Soldaten zu nähern. Daraufhin fragten mich einige gut erzogene Personen, ob ich den Männern befehlen wollte, zu schiessen. Ich antwortete nein, keineswegs.

Während ich so sprach, trat einer der Soldaten, der einen schweren Schlag mit einem Stock erhalten hatte, ein wenig zur Seite und schoss sofort … Daraufhin wurde ein allgemeiner Angriff auf die Männer von einer großen Anzahl schwerer Keulen und Schneebälle ausgeführt, die geworfen wurden bei ihnen, durch die unser ganzes Leben in unmittelbarer Gefahr war … einige Personen gleichzeitig von hinten riefen “Verdammt dein Blut, warum feuerst du nicht”. Sofort feuerten drei oder vier der Soldaten … Als ich die Soldaten fragte, warum sie ohne Befehl feuerten, sagten sie, sie hätten das Wort “Feuer” gehört und angenommen, es stamme von mir. Dies mag der Fall sein, da viele der Mobs Feuer, Feuer riefen, aber ich versicherte den Männern, dass ich keinen solchen Befehl erteilte… dass meine Worte „nicht feuern!“ waren…

Text 6

Nach Protesten und Unruhen von Kolonisten wurden die verlangten Zollabgaben wieder zurückgenommen. Für Tee blieb der festgelegte Zoll jedoch bestehen. Dies nahmen als Indianer verkleidete Kolonisten, die sich «The Sons of Liberty» nannten, im Jahr 1773 zum Anlass, im Bostoner Hafen die Teeladungen von drei Schiffen der Gesellschaft ins Wasser zu werfen. Dieses Ereignis ging als „Boston Tea Party“ in die Geschichte ein. Daraufhin reagierte England mit der Sperrung des Bostoner Hafens und mit noch mehr Kontrolle der Kolonien.

 

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