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Text 1 – Argumente für den Wiederaufbau von Blatten

Viele Menschen wollen, dass Blatten wieder aufgebaut wird. Für sie geht es nicht nur um ein paar Häuser, sondern um ihre Heimat. Sie haben dort gelebt, gearbeitet, geliebt – und wollen nicht einfach aufgeben. Sie sagen: Die Schweiz darf ihre Bergdörfer nicht im Stich lassen. Während reiche Städte wie Zürich teure Bauprojekte machen, sollen die Bergler angeblich einfach umziehen. Das empfinden viele als ungerecht. Denn die Bergregionen sind wichtig für das ganze Land – für den Tourismus, für die Landwirtschaft und für die Stromproduktion. Ohne die Alpen wäre die Schweiz nicht die Schweiz. Darum soll Blatten wieder aufgebaut werden – als Zeichen, dass die Schweiz zusammenhält, auch in schweren Zeiten. Die Menschen dort zeigen schon jetzt Mut und Tatkraft: Sie haben bereits eine neue Notstrasse gebaut. Für sie ist klar: „Blatten ist unser Zuhause – wir kommen zurück.“

Text 2: Argumente gegen den Wiederaufbau von Blatten

Ein Wiederaufbau von Blatten ist kaum möglich. Fachleute sagen: Der Ort ist unter Millionen Tonnen Felsen und Geröll begraben. Das kann man nicht einfach wegräumen. Der Boden bleibt für viele Jahre gefährlich und unbewohnbar. Neue Schutzmauern würden viel kosten – und vielleicht gar nicht helfen, wenn wieder ein Felssturz passiert. Der Wiederaufbau würde Hunderte Millionen Franken kosten. Dieses Geld könnte man besser an sichereren Orten einsetzen – zum Beispiel für neue Wohnungen für die betroffenen Familien. Ein Beispiel aus der Vergangenheit zeigt: Nach einem ähnlichen Unglück in Gondo kam nur ein Teil der Menschen zurück – viele hatten zu viel Angst. Auch jetzt fragen sich manche: Will man Kinder an einem Ort aufziehen, wo bei jedem Regen neue Sorgen kommen? Für diese Menschen ist klar: Man muss die Natur respektieren – und manchmal auch loslassen.

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Text 4 – Schieferabbau

Schiefer ist ein grau-schwarzer, matter Stein, der sich gut in dünne Platten spalten lässt. Er entsteht, wenn sich über Millionen von Jahren viele Schichten aus Ton, Schlamm und kleinen Steinchen am Boden von alten Meeren oder Seen ablagern und durch den Druck der darüberliegenden Schichten langsam zu Stein gepresst werden.

Im Sernftal, besonders in Engi und Elm, wurde Schiefer über viele Jahrhunderte für die Herstellung von Schultafeln, Jasstafeln (für Kartenspiele) und andere Schreibtafeln abgebaut. Als es noch keine Hefte und Kugelschreiber gab, waren diese Tafeln im Schulalltag sehr nützlich. Schieferprodukte aus Elm wurden auch nach Deutschland, Holland und England exportiert.

Vielen Bauern verhalf der Schieferabbau zu einem wichtigen Nebenverdienst. Mit der zunehmenden Nachfrage nach Schultafeln wurde der Abbau intensiviert und brachte vielerlei Einkommen ins Tal.

Text 5 – Die Katastrophe von Elm

Anders als in Blatten war beim Bergsturz in Elm der Mensch mitverantwortlich für die Katastrophe. Dabei spielte der Schieferabbau eine wichtige Rolle. Anfangs bauten die Bauern den Schiefer im Nebenerwerb ab. Im 19. Jahrhundert übernahmen auch Firmen den Abbau. Doch die Elmer wollten den Schiefer trotz mangelnder Bergbauerfahrung weiter in Eigenregie abbauen. Sie gruben grosse Stollen (Gänge) in den Berg, besonders im Gebiet der Tschigelhörner und der Tschingelalp. Die Felsmasse wurde durch den unprofessionellen Abbau von innen ausgehöhlt und dadurch zunehmend instabiler. Es gibt historische Berichte, dass einige Experten und Anwohner vor dem unplanmässigen Abbau in Elm warnten und zum Abbaustopp aufriefen. Doch das Interesse der Elmer an den Einnahmen aus dem Schieferabbau war so stark, dass die Gefahren klein geredet und nicht beachtet wurden.

Am 11. September 1881 kam es schliesslich zur Katastrophe: Nach starken Regenfällen rutschten etwa 10 Millionen Kubikmeter Gestein ins Tal. Das Dorf Elm wurde teilweise verschüttet, 114 Menschen starben, darunter viele Kinder. 83 Häuser, viele Ställe, Felder und Wälder wurden zerstört. Auch das Schieferbergwerk ging dabei verloren.

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