Texte
Text 1
Während die Nationalversammlung an einer neuen Verfassung für Frankreich arbeitet, wird die Stimmung in Paris immer angespannter. Wegen hoher Brotpreise und einer Finanzkrise leiden viele Menschen an Hunger. Gleichzeitig lud der König Ludwig der 16. in seinem Schloss in Versailles immer wieder zu teuren Festessen für Offiziere die ihm treu waren ein.
Während sich die Menschen in Paris also kein Brot mehr kaufen konnten, schmiss der König riesige Parties auf Versaille. Gegen das protestierten die Menschen nun. Sie zogen wütend und bewaffnet nach Versailles, zum prachtvollen Palast des Königs. Man forderte Brot und die Menschenmenge schreite «Versailles schlemmt, Paris hungert». Es ging das Gerücht um, dass Marie Antoinette, die Frau von Ludwig dem 16., damals erstaunt aus dem Fenster geschaut und sich erkundigt habe, was die Leute denn wollten. Als sie gehört habe, dass die Bürger Hunger hätten, weil es kein Brot gäbe, habe sie gesagt: “Dann sollen sie doch Kuchen essen!”
Text 2
Nach dem Sturm auf die Bastille kommt es auch überall im Land zum Aufstand. Bauern verweigern die Zahlung von Abgaben, greifen die Schlösser ihrer Herren an und verbrennen die Dokumente auf denen stand, dass das Land, das sie bewirtschafteten, den Adeligen gehörten. Adlige werden umgebracht oder fliehen ins Ausland. Um den Forderungen der Bauern entgegenzukommen, beschliesst die Nationalversammlung auf Antrag der ersten beiden Stände eine Steuerpflicht für alle. Die Bauern werden von Abgaben an die Kirche befreit und erhalten das Jagdrecht.
Text 3
Text 4
Auch nach der Erklärung der Menschenrechte bleiben die Menschen unzufrieden. Während der König im Schloss von Versailles im Luxus lebt, herrschen in Paris Not und Hunger. Im Oktober 1789 ziehen über 5000 Frauen von Paris nach Versailles, um vor dem König zu demonstrieren und auf die katastrophale Ernährungslage aufmerksam zu machen. Ihnen folgen eine riesige bewaffnete Menschenmenge. Um den König besser kontrollieren zu können, zwingen sie ihn, in das Stadtschloss von Paris umzuziehen.
Text 5
Im Juni 1791 wird die neue Verfassung Frankreichs fertiggestellt. Frankreich wird zu einer konstitutionellen (= verfassungsgemässen) Monarchie. Der König bleibt zwar Staatsoberhaupt, hat aber weniger Rechte und kann nicht mehr allein regieren. Er wird durch die Verfassung kontrolliert. Die Macht im Staate wird aufgeteilt. Die Nationalversammlung verfasst als gesetzgebende Gewalt (= Legislative) die Gesetze. Der König, seine Minister und die Beamten sind für die Ausführung der Gesetze (= Exekutive) verantwortlich. Unabhängige Richter (= Judikative) sorgen für eine gerechte Rechtsprechung.


